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Beispiel: Unternehmen – Gewinn

Der Gewinn eines Unternehmens ist – aus wirtschaftlicher Sicht – eine finanzielle Größe, wie z.B. der Betrag in Euro, der sich aus der Differenz zwischen Erlösen und Kosten ergibt. Jeder Versuch, den Gewinn zu erhöhen oder gar zu maximieren, ist verständlich und legitim. Leider führen viele Versuche trotz bester Absichten nicht zum gewünschten Erfolg oder sogar zum Gegenteil.

Es gibt einen entscheidenden Unterschied zwischen Unternehmen, die über Generationen erfolgreich sind, und misserfolgreichen Unternehmen, die z. B. an Umsatzrückgang, Überschuldung, Illiquidität, Konkurs leiden. Der Unterschied ist jedoch nicht zu erkennen an der Größe, Unternehmensform, Organisation, Technik, dem Image oder den Gehältern, sondern in erster Linie am Denken der Unternehmensleitung. Es könnten viel mehr Unternehmen auf Dauer erfolgreich sein, wenn sie ein systemisches Denken pflegen würden. Das heißt, wenn sie die Schwerpunkte in ihrer Führung bzw. im Chancen- und Risikomanagement wie folgt legen:

  • mehr auf qualitative  als auf quantitative Werte,
  • mehr auf Zusammenhänge als auf Details,
  • mehr auf Entwicklungen als auf Zustände,
  • mehr auf Interdisziplinarität als auf fachspezifisches Denken,
  • mehr auf Langzeitfolgen als auf Kurzzeitfolgen,
  • mehr auf die Risiken der höheren bzw. höchsten Managementebene,
  • mehr auf Verantwortung für Risiken bei den internen Risikoverursachern als bei den Sicherheitsinstitutionen, wie z. B. Revision, Controlling, Wirtschaftsprüfer, Aufsichtsrat,
  • mehr auf Erfahrung bei dem Verantwortlichen für Risikomanagement, als auf Anpassung des Risikomanagers an die Erfahrung der Risikoträger.

Wenngleich auch die Mitarbeiter eine Mitverantwortung am Unternehmenserfolg haben, der Impuls zur Erfolgsorientierung bzw. zum systemischen Denken sollte jedoch von den Führungskräften kommen. Sie können die Mitarbeiter leichter beeinflussen als umgekehrt.

Bemerkenswerterweise zeigen die Geschäftsberichte und Pressemitteilungen der meisten Unternehmen, dass etwaige Misserfolge fast ausnahmslos externen Ursachen zugeschrieben werden. Das zeugt nicht von einem systemischen Denken. Das entspricht eher dem biblischen Verhalten der Suche nach dem Sündenbock. Dabei wird zwar gerne das weltweite System betrachtet, wie z. B. die Finanzkrise, die Wechselkurse, der internationale Wettbewerb oder der Klimawandel. Bei dem Versuch, auf diese Art systemisch zu denken, werden jedoch generell die internen Ursachen unterbewertet oder gar missachtet. Die größten wirtschaftlichen Verluste von Unternehmen sind aber nicht (nur) auf Grund von äußeren materiellen Ereignissen entstanden, sondern vor allem wegen interner immaterieller Zustände.

Für Unternehmen, die auf Dauer erfolgreich bzw. gewinnbringend sind, bedeutet Gewinnstreben nicht nur das Vermehren eines finanziellen Werts, sondern primär die Zunahme von anderen Werten, wie z.B. Lebensfreude, Zuversicht, Veränderungsbereitschaft oder Kreativität. Sie sind unabdingbare Voraussetzungen für das (sekundäre) Erwirtschaften des finanziellen Gewinns.