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Innere Antreiber und Bremser

Innere Antreiber und innere Bremser sind Verhaltensregeln, die man normalerweise im Kindesalter von seinen Eltern und Erziehern anerzogen bekommt. Wenn man sie verinnerlicht hat, prägen sie das Verhalten das ganze Leben lang.

Die wichtigsten inneren Antreiber der letzten Generationen in Deutschland, wie auch in anderen Leistungsgesellschaften, lauten:

  • Sei perfekt.
  • Sei lieb und nett zu anderen.
  • Sei stark.
  • Streng dich an.
  • Sei schnell.

Diese inneren Antreiber haben sowohl eine Licht- wie auch eine Schattenseite. Einerseits sollen sie Kräfte mobilisieren. Sie haben die Erfolge unserer Leistungsgesellschaft möglich gemacht: Automatisierung, Rationalisierung, Kosteneffizienz, Hochtechnologie. Sie haben den Zeitgeist geprägt: Hedonismus, Karrierestreben, Kundenorientierung, Schnelllebigkeit, Fitness. Andererseits verweigern sie die Gegenkräfte, die zu gegebener Zeit auch ihren Sinn haben. Die Antreiber sind deshalb mitverantwortlich an der Zunahme von Zivilisationskrankheiten, an Doping, Drogenmissbrauch, Zukunftsangst, Burnout-Syndrom. Alle Menschen, die darunter leiden, befolgen in ihrem privaten und beruflichen Alltag:

  • zuviel „Sei perfekt“,   und zuwenig „Du bist, so wie Du bist, gut genug“
  • zuviel „Sei lieb und nett zu anderen“,   und zuwenig „Sei lieb und nett zu Dir selbst“
  • zuviel „Sei stark“,   und zuwenig „Sei offen und teile Deine Wünsche mit“
  • zuviel „Streng dich an“,   und zuwenig „Tu es einfach“
  • zuviel „Sei schnell“,   und zuwenig „Nimm und gib Dir Zeit“

Es gibt noch zahlreiche andere innere Antreiber und Elternbotschaften, die nicht diesen o. g.  Allgemeingut-Charakter haben, wie z. B.:

  • Du schaffst es.
  • Carpe diem (nutze den Tag).
  • Take it easy.
  • Die Zeit heilt alle Wunden.
  • Kommt Zeit, kommt Rat.
  • Jeder ist seines Glückes Schmied.
  • Leben und leben lassen.
  • Mit Humor geht alles besser.
  • Man sieht nur mit dem Herzen gut.
  • Lieber ein Licht anzünden, als über die Dunkelheit schimpfen.
  • Der Weg ist das Ziel.
  • Pass auf.
  • Der Klügere gibt nach.
  • Frechheit siegt.
  • Ein Indianer kennt keinen Schmerz.
  • Mach, was Du willst.
  • Lass Dich nicht erwischen.
  • Den Letzten beißen die Hunde.

Daneben gibt es nicht minder viele Elternbotschaften, die eher als Gegenteil von inneren Antreibern wirken. Man bezeichnet sie als innere Bremser, wie z. B.:

  • Ordne Dich unter.
  • Zeige keine Gefühle.
  • Sei nicht erwachsen.
  • Denke nicht.
  • Dickerchen.
  • Du hast zwei linke Hände.
  • Mit dir hat man nur Scherereien.
  • Du kannst es nicht.
  • Du dumme Gans.
  • Du taugst nichts.
  • Aus dir wird nie etwas werden.
  • Mit dir muss man sich nur ärgern.
  • Du bist stinkfaul.

Auch die inneren Bremser haben eine Licht- und Schattenseite. Einerseits schützen sie vor Überforderung, Verletzungen und Energieverbrauch. Anderseits reduzieren sie den Selbstwert, den Lebensmut und die Kreativität, was letztlich erheblich mehr schadet als nützt. Nach dem Prinzip der sich selbst erfüllenden Prophezeiung wird die schädigende Wirkung häufig sogar verstärkt.

Derzeit werden neue Varianten von inneren Antreibern und Bremsern verbreitet, die das Verhalten der kommenden Generationen steuern werden:

  • Du musst gut aussehen.
  • Du musst Dich gut präsentieren.
  • Du musst gut vernetzt sein.
  • Du musst immer gut informiert sein.
  • Sei Du selbst.
  • Lass Dir nichts gefallen.
  • Es muss Spaß machen.
  • Es muss sich lohnen.
  • Geiz ist geil.
  • Du darfst nichts versäumen.
  • Du hast sowieso keine Chance.

Diese neuen Botschaften bewirken bereits heute schon positive wie negative Folgen. Wir werden sie in den nächsten Generationen verstärkt erleben. Zu den positiven Folgen gehören:

  • Streben nach Selbstverwirklichung
  • Erlebbarkeit von Luxus
  • Zunahme des Informationsangebots.

Zu den negativen Folgen gehören:

  • maligner Narzissmus
  • soziale Kälte
  • eine zunehmende Öffnung der Schere zwischen arm und reich
  • Informationsüberflutung.